Zukunftsorientierte und menschengerechte Verkehrspolitik

Mobilität für alle

Jahrzehntelang wurde Mobilität hauptsächlich vom KFZ aus gedacht. Das Ergebnis sehen wir jetzt: Wir haben Straßen voller parkender und fahrender Autos und die Alternativen hinken jedem Bedarf hinterher.

Unsere Haltung zur K22

Kaum ein Projekt wird in Tornesch so oft und so heiß diskutiert wie die K22. Man möchte damit die Tornescher Innenstadt vom Verkehr entlasten. Das Problem ist aber, dass der Bau der K22 das Verkehrsproblem der mit Autos verstopften zentralen Kreuzung in Tornesch nicht lösen wird. Das Gutachten in den Plänen prognostiziert eine Verlagerung von lediglich 13,5% des KFZ-Verkehrs aus der Innenstadt auf die K22.

Aber zu welchem Preis? Esingen würde zerschnitten und die Veranstaltungs-Wiese am Mölln-Hof müsste enteignet werden, während die neue Straße nicht nur Uetersener Stadtrand-Verkehr anzieht, sondern auch aus dem weiteren Umland verstärkt mitgenutzt wird. Weitere Neubauprojekte wären zu erwarten und am Ende hätten wir anstatt einer verstopften Straße zukünftig zwei verstopfte Straßen, die am jetzt schon völlig überlasteten Kreisel aufeinandertreffen.

ÖPNV stärken

Die dringend notwendige Entlastung unserer Straßen kann am besten durch einen massiven Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erreicht werden.

Attraktiver ÖPNV ist der Schlüssel zur Verkehrswende. Um den Anforderungen an die Mobilität der Zukunft gerecht zu werden, müssen wir den ÖPNV vom Bedarf her planen. Anstatt um jeden einzelnen Bus zu kämpfen, müssen wir ein klares Ziel definieren, wie viel Verkehr vom PKW auf den ÖPNV verlagert werden soll, und dann die Kapazität im ÖPNV vom Ziel her planen und bereitstellen. Nur so kann eine spürbare Entlastung unserer Straßen überhaupt gelingen.

Attraktiv ist der ÖPNV erst, wenn die nächste Haltestelle in höchstens zehn Minuten zu Fuß vom eigenen Zuhause aus erreicht werden kann und wenn von dort aus wiederum alle zehn Minuten der nächste Bus oder die nächste Bahn abfährt.

Dann kann man Bus und Bahn bequem nutzen, ohne den Fahrplan kennen zu müssen. Dann stellt ein verpasster Bus außerdem kein Problem mehr dar. Dann fährt man gerne mit dem Bus zum Bahnhof und muss, dort angekommen, keinen Parkplatz mehr ergattern, sondern kann einfach umsteigen. Dann ist der ÖPNV attraktiv und wird viel stärker genutzt werden als heute.

Wir wollen eine Verkehrswende ohne Verbote, aber mit ÖPNV-Angeboten, die in den meisten Fällen attraktiver sind, als mit dem eigenen PKW fahren zu müssen.

Flächen gerecht aufteilen

Öffentlicher Raum ist für die Menschen da und nicht für die Autos. Trotzdem erlauben wir es uns, öffentlichen Raum in höchstem Maße zuzuparken, während Radwege keinen Platz bekommen. Das ist nicht nur unfair und problematisch, sondern auch überhaupt nicht mehr zeitgemäß.


Das Parken am Straßenrand ist eine private Belegung einer öffentlichen Fläche. Zu einem privaten Fahrzeug sollte ein privater Parkplatz gehören. Parken im öffentlichen Raum sollte mit Parkgebühr in angemessener Höhe möglich bleiben. Angemessen meint, dass die Gebühr zur Inanspruchnahme der Fläche dem Wert nach tatsächlich passen muss.
Verkehrswende ernst zu nehmen, bedeutet, den Bedarf an privaten PKW und damit auch den Platzbedarf für PKW durch hervorragenden ÖPNV zu reduzieren.

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