TAGEBUCHDETAILS

Im Frühjahr 2018 hatte die Stadt Tornesch beschlossen, dem Bündnis „Kommune für biologische Vielfalt e. V.“ beizutreten.
 Damit verpflichtet sich Tornesch, die städtischen Flächen glyphosatfreie bzw. pestizidfrei zu bearbeiten und die Blütenvielfalt durch eine möglichst durchgehende Blütenfolge zu fördern.

Hiermit hat die Stadt einen ersten Schritt für ein umweltbewusstes Umdenken getan. Dies ist als Vorbildcharakter für die Bürger Torneschs zu werten. Es sind bereits zahlreiche Blühflächen mit mehrjährigen Pflanzen angelegt worden. Diese haben nicht nur eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden, sondern auch viel Lob hervorgerufen. Mit diesem ersten Schritt zur Pestizidfreiheit und zur biologischen Vielfalt wird jedoch nur ein geringer Teil der Bodengesamtfläche Torneschs erfasst. Leider ist auch den meisten Bürgern dieses Engagement für die Umwelt völlig unbekannt geblieben.

Daher haben wir im Umweltausschuss im November 2018 beantragt, die Öffentlichkeitsarbeit zu dem Projekt „biologische Vielfalt“ einzuleiten und hierfür eine Arbeitsgruppe für die Umsetzung einzurichten.

Die Arbeitsgruppe sollte gebildet werden aus einigen Mitgliedern des Umweltausschusses und Umwelt-engagierten Mitbürgern. Fachleute vom Bauhof, Gärtnereien und Baumschulen sollen der Arbeitsgruppe beratend zur Seite stehen.

Der Antrag wurde von allen Parteien unterstützt und wurde einstimmig beschlossen werden.

So erschien nun im Januar 2019 der Aufruf in den Zeitungen zur Bildung der Arbeitsgruppe, die sich nun erstmals am 08. März 2019 trifft.

Ziel soll es sein, Bürger zu motivieren, die Pestizidfreiheit zum Schutz von Insekten, sowie von Boden und Grundwasser zu unterstützen und die Blütenvielfalt zu fördern.

So soll der Fokus erneut auf die Umweltproblematik und deren Folgen gerichtet werden.

Dies kann selbstverständlich nicht über ein Verbot geschehen. Vielmehr muss hier die Freiwilligkeit herausgefordert werden, z. B. über ein wettbewerb-ähnliches Mitmachen und ein Stärken des Zusammengehörigkeitsgefühls als Teil einer großen Aktion.

Die Bürger sollen zum Thema Boden- und Grundwasserbelastung durch Pestizide, sowie über die Gefahren des Insekten- und Vogelsterbens aufgeklärt werden. Hierzu sollen Hilfestellungen angeboten werden, die den Bürgern die Möglichkeit geben, durch einfache Vorgehensweise in ihren Gärten das Projekt „Kommune für biologische Vielfalt“ zu unterstützen.

Die teilnehmenden Bürger können von der Stadt Tornesch ein Gartenschild mit der Aufschrift: „Mein Garten für biologische Vielfalt“ erhalten. Dieses kann zum Zeichen der Solidarität im Garten angebracht werden.

Die erste verliehene Plakette soll öffentlich überreicht werden. So auch die 10. und 25. Plakette usw.

Je mehr Bürger an dieser Aktion teilnehmen, desto lebendiger bleibt das Thema Umweltschutz im Fokus.

Weiterhin sollen Seminare für das Anlegen insektenfreundlicher Gärten und Balkone angeboten werden. In diesen Seminaren kann erneut zum Thema aufgeklärt werden. Ferner können hier Tips gegeben werden über Bodenaufwertung, Stärkung der Pflanzen und über geeignete insektenfreundliche Pflanzen einer möglichst geschlossenen Blühkette.

Dies soll in enger Zusammenarbeit mit unseren Gartencentern geschehen.

Bei einem weiteren Schritt zur pestizidfreien Kommune Baumschulen und Landwirte in dieses Projekt einzubeziehen, muss etwas umsichtiger vorgegangen werden, da hier andere Problematiken im Vordergrund stehen.

Eine eventuelle Umstellung auf Low-Pestizid oder Pestizidfreiheit benötigt auf diesem Gebiet einen größeren Zeitraum. Betriebe, die sich dazu entschließen, statt Pestizide ökologische Methoden anzuwenden, sollen Unterstützung in Form von fachmännischer Beratung, Materialbeschaffung und vor allem in Werbung erhalten. Dies stärkt die Lobby von Tornescher Baumschulen und Landwirten.

Wenn Tornesch hier vorangeht, kann die Stadt eine positive Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Dörte Plautz

für die Fraktion Bündnis 90 Die Grünen

Kategorien:Tagebuch
URL:http://gruene-tornesch.de/tagebuch/tagebuchdetails/article/kommunen_fuer_biologische_vielfalt/